Die Visionen des Londoner Medienexperten Tyler Brûlé

Die ZEIT (eine Zeitung, die aufgrund ihrer enormen Größe beinahe unleserlich ist, auch wenn sich brilliante Artikel darin finden) hat den Londoner Medienexperten Tyler Brûlé zum Thema Qualitätsjournalismus, Twitter und Co. interviewt.

Kernpunkte des Interviews:

  • globale Marken mit weltweiter Leserschaft laufen gut (auch BBC) – Quaität hat Zukunft

Das ist jetzt aber auch nichts Neues. Die BBC, die es schon seit seit den 1930er Jahren gibt und lange DAS britische Medium war (und natürlich immer noch ist, auch wenn der Privatmarkt eine ordentliche Konkurrenz darstellt), wird so schnell nicht den Bach runter gehen. Bei den Printmedien wäre ich mir aber da schon nicht mehr so sicher –  die weltberühmte New York Times (!) etwa musste letztes Jahr wieder Stellen streichen, in vergangener Zeit bereits wegen geringerer Anzeigeneinnahmen und sinkenden Abonnentenzahlen …

  • Medientrends 2010: Mehr Zeitungen werden Gratisblätter, evtl. kostenpflichtige Digitalangebote für Print?

Woah, wenn ich das Wort “Gratisblatt” schon höre, steigt mir die “Grausbirn” auf, wie man bei uns sagt (und zwar nicht nur wegen des Revolverblattes “Österreich”). Falls Mr Brûlé in diesem Punkt Recht behalten sollte, dann brechen für uns Journalisten wahrlich schlechte Zeiten an. Wir reißen uns die Haxen aus und bekommen dafür …

Mit kostenpflichtigen Digitalangeboten könnte ich mich hingegen schon eher anfreunden obwohl ich überzeugt davon bin, dass die meisten User momentan noch nicht dazu bereit sind, für solche Angebote Geld hinzublättern. Das ist einfach etwas, das sich so eingebürgert hat: Alles (na gut, vieles) im Netz kostet nichts. Ich schließ mich da nicht aus – wenn ich für ein Service im Internet zahlen muss, bin auch nicht begeistert und schau, dass ich’s woanders herbekomme. Bis die Medienkonsumenten einsehen werden, dass man für Journalismus – in jeder Form – bezahlen sollte & eig. auch muss (Arbeit!!), wird noch viel Wasser die Donau hinunterrinnen.

  • These: Den digitalen sozialen Netzwerken wird die Luft ausgehen (weil zu viele, nicht lukrativ)

Also das glaube ich wirkich nicht! Simples Beispiel: Ich als Studentin bin bei myspace, twitter, einem U2-Forum und studiVZ registriert. Bei myspace bin ich angemeldet, um mit meinen ehemaligen Schulfreunden in Kontakt zu bleiben. Twitter nütze ich deshalb, weil man dadurch sehr viele nützliche Neuigkeiten, links und Verweise in Echtzeit (!) erfährt. Ja, wahrlich eine Bereicherung. Dem U2-Forum bin ich vor drei Jahren beigetreten, um mich mit Gleichgesinnten über die Herren meiner Lieblingsband auszutauschen. Und studiVZ nütze ich, um mit meinen Studienkollegen zu kommunizieren (was für ein Wort^^). Wie man sieht: Obwohl man auf den ersten Blick meinen würde, das sind “zu viele” – sie haben alle ihren Sinn und Zweck für mich.

Was das Geld angeht: Ich möchte gar nicht wissen, wie viel studiVZ und myspace mit ihren Anzeigen verdienen …

Und Facebook bekommt jeden Tag 1 Million neue Nutzer dazu!

  • These: slow media (ein Handwerk/Gewerbe perfekt beherrschen und immer noch Geld damit verdienen bzw. nicht jedem neuen Glitzerding wie etwa twitter & Co. “verfallen”)

Damit kann ich etwas anfangen. Wer twitter für Geschäftszwecke nutzt, sollte auch wissen, wie damit umzugehen ist!

Vielen Dank @ Max Daublebsky, der mich (via Twitter) auf dieses Thema aufmerksam gemacht hat.

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