Andere Länder, anderes Wasser (28.09. und 29.09.2012)

Nun bin ich also in England. Dem Land der schlechten Küche und des schlechten Wetters. Aber so schlecht ist das alles gar nicht. Grade eben scheint mir die Morgensonne auf die Füße und später kann ich mich auf einen wunderbaren Lunch mit meiner „Gastfamilie“ freuen. Okay, Gastfamilie ist in diesem Fall wohl das falsche Wort … denn ich wohne seit meiner Ankunft vor rund einer Woche bei meiner Chefin Michele (Head of Languages an der Derby High School). Sie und ihre Familie haben ein wunderschönes Haus in Allestree, einer ruhigen Wohngegend im Norden von Derby. Aus diesem wunderschönen Haus werde ich allerdings demnächst ausziehen – mehr dazu später.

In den vergangenen Tagen ist so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich beginnen soll. Nun, machen wir‘s einfach chronologisch. Am Freitag vergangene Woche (28. September) nahm ich den Flieger nach London Stansted. Zuvor hatte ich noch riesen Stress mit meinem Gepäck, denn ich hatte leider nur ein Gepäckstück mit 15 kg gebucht, gebraucht hätte ich allerdings 20.^^ Damn you, Ryanair! 😀 Wie auch immer, irgendwann hat dann doch noch alles geklappt. Ich war natürlich viiiiel zu früh am Flughafen, wo ich später noch meine Kollegin Veronika traf. Sie ist in diesem Schuljahr auch Fremdsprachenassistentin in England, allerdings im Süden des Landes (Bournemouth). So hatte ich im Flugzeug sogar jemanden zum Tratschen. Angekommen in Stansted war ich schließlich auf mich allein gestellt. Gepäck abholen, Zugtickets ausdrucken, richtigen Bahnsteig finden (ich fuhr mit dem Zug nach Derby). Soweit alles kein Problem.

Die Zugfahrt (insgesamt drei Stunden) schien kein Ende zu nehmen. Kurz bevor ich ausstieg, traf ich noch auf einen sehr schrägen Schotten, der mich sogleich fragte, wo ich denn her sei. Auf meine Antwort, ich sei aus Österreich, sagte er nur: „Oh, das ist ja das Land mit dem Typen, der alle seine Kinder im Keller gehalten hat, oder?“ Ah, jo. So viel dazu. Später hat er noch zehn Minuten lang über die britische Polizei geschimpft (das seien alles „licenced crrrrrrooks“). Gott sei Dank konnte ich bald flüchten (ein paar Jungs im Zug, die das Ganze beobachtet hatten, sagten nur „She finally escaped.“) …

Anyway, in Derby angekommen  – es war mittlerweile schon fast 22.00 Uhr – kam ich sogleich in den Genuss des englischen Wetters: es regnete. Ich hatte natürlich keinen Schirm dabei (wer braucht schon nen SCHIRM in England?!). Egal, ich nahm ein Taxi zu Micheles Haus, die mich sogleich mit einem wunderbaren „Helloooooo“ (bitte englischen Slang dazu denken) begrüßte. Wir tratschten noch zwei Stunden und dann kam das Sandmännchen.

Samstagmorgen dann das böse Erwachen: ich hatte nicht nur meinen Schirm, sondern auch meine Unterwäsche vergessen. Gut gemacht, Johanna! Naja, ich kaufte beides am Nachmittag in der Innenstadt, alles kein Stress. Zuvor nahm ich noch eine – wie ich es zu bezeichnen vermag – Chlordusche. Das Wasser hier in England hat einen wirklich hohen Chlorgehalt! Als ich die Dusche aufdrehte, hatte ich tatsächlich das Gefühl, in einem öffentlichen Schwimmbad zu sein … Andere Länder, anderes Wasser eben.

Am Vormittag ging ich schließlich mit Michele in unsere Schule, denn es war „Open Morning“ an diesem Tag. Ich wurde sehr vielen „very important persons“ (Michele) vorgestellt, unter anderem dem Headteacher und konnte auch mit ein paar Schülerinnen tratschen. Eine von ihnen hat mit mir eine Tour durch das ganze Schulgebäude gemacht, die sehr beeindruckend war. Vor allem das Sixth Form College (Sixth Form sind die letzten zwei Schuljahre vor den A-levels) ist sehr schön. Die Räume sind alle ganz neu, es gibt einen richtig coolen common room (viiiiele Sofas!) und sogar ein Aufnahmestudio für Prüfungen. So gut ausgestattet waren wir nicht mal an der FH! 😀 Ich hielt mich an diesem Tag vor allem im Language Department auf, wo wir den Gästen u.a. „Emmental cheese“ und „Marzipanstollen“ anboten. Man muss die deutsche Sprache ja schließlich gebührend bewerben.

Am Nachmittag dann wie gesagt shoppen (u.a. im Westfield, dem großen Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt, das horrende Parkgebühren verlangt) und Essen im Nando’s (sehr gute Fast Food-Kette), wo ich vom Kellner „darling“ genannt wurde.  Jaja, die Engländer halt. Entweder man heißt „love“ oder es ist alles „lovely“. 😀 Am Abend Dinner bei Michele (ja, Äpfel, Zwiebel, Schweinefleisch und Kartoffeln passen tatsächlich zusammen!) und „X-Factor“ bzw. „Million  Pound Drop“ im TV. Ein neues Abenteuer tut sich auf.

Hier ein Impressionen von Freitag und Samstag:

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