WE WERE SHINING. (03. – 09.12.2012)

10 Wochen in England – das verlangt nach einem besonderen Posting. Die ersten vier Tage dieser Woche waren zwar relativ ereignislos, das Wochenende dafür umso fulminanter. Am Donnerstag (06. Dezember) gab es, richtig, KEINEN Nikolaus für mich. 🙁 In der Schule durfte ich auch nicht darüber reden. “Keine Zeit” hieß es. Schade. Aber naja, nächstes Jahr werd ich den Nikolaus dafür wieder schön feiern. 🙂 Statt mich selbst mit Schoko, Orangen und Erdnüssen zu beschenken, beschloss ich kurzerhand, im Internet nach potenziellen Masterprogrammen zu suchen. Und siehe da, ich habe so einige gefunden. Bleibt nur noch die Frage, welcher der “richtige” für mich ist … We’ll see.

Den Freitagabend verbrachte ich “popcornessend” mit meinem neuen Mitbewohner Ollie, der mir verschiedene englische Comedysendungen (z.B. “The Graham Norton Show” und “Quite Interesting”, kurz “QI”) auf BBC näherbrachte. Sehr coole Sache! Hab zwar nicht alles verstanden, aber gut.^^ Am nächsten Morgen schließlich ging es auf in den Süden – nach Coventry. Was man da machen kann? Nun, eigentlich nicht viel. 1940 wurde die Innenstadt nämlich von der deutschen Luftwaffe größtenteils zerstört. Deshab ist ein Teil der Kathedrale auch nur mehr eine Ruine. Wikipedia sagt, dass dieser Angriff jener war, “der die meisten Todesopfer aller deutschen Luftangriffe in England gefordert hat.” However, zumindest gibt es in Coventry die Ricoh Arena! Das ist das Heimatstadion von Coventry City und zugleich immer wieder mal Schauplatz für ein Konzert. Und genau deshalb fuhr ich hin – wegen Florence + The Machine.

Mit von der Partie: Nadine, Sprachassistentin in der Nähe von London. Angekommen in Coventry fragte ich bei der Bahnhofsinfo nach, wie ich denn am schnellsten ins Stadtzentrum kommen könnte. Der gute Herr malte mir daraufhin eine Skizze inklusive smiley face auf (siehe Fotos) und ich stiefelte frohen Mutes los. Aber trotz des smiley face hab ich mich mega verlaufen – erst in eine Einkaufsstraße, die sich als Sackgasse entpuppte und dann in eine Wohngegend, in der es irgendwann auch nicht mehr weiterging. ABER: Wie so oft bestätigte sich das Sprichwort: Wer keine Orientierung hat, sieht mehr von der Gegend. Und so entdeckte ich bei meinem “Spaziergang” einen alten Mini mit der Aufschrift “Drive a BMW? I’d rather push this!” 😀
Wir halten fest: Ohne Straßenplan sollte ich offensichtlich nirgends hingehen. Anyway, meine Kollegin und ich trafen uns also im Stadtzentrum von Coventry und düsten sogleich zu unserer Unterkunft im Norden der Stadt (20 Pfund pro Nacht und Nase^^). War für das Geld echt nicht schlecht, auch wenn am nächsten Tag in der Früh komischerweise unsere Zimmertür offenstand …

Zu etwas späterer Stunde wollten wir dann den Bus zur Arena nehmen, der kam aber einfach nicht. So viel zum Thema Öffs im UK.^^ Endlich bei der Ricoh Arena angelangt, fanden wir einen einzigen (!) Eingang und eine riesige Schlange vor. Es war schweinekalt, doch wir waren zum Glück warm angezogen (ganz im Unterschied zu den meisten anderen Konzertbesuchern, die teilweise im T-Shirt herumrannten …). Wir stellten uns schon auf ein paar kalte Konzertstunden ein, denn wir dachten, dass es ein open air gig werden würde. Aber nein, es war doch drinnen – thank God!

Das Konzert startete um halb 8 mit der Vorband Haim, einer recht lustigen Partie aus den Staaten (drei langhaarige Frauen und ein Drummer). Um 20.45 Uhr endlich Flooooreeeeeeence! Mei, sie is einfach so cool. Hübsch, tolle Stimme, guter Stil und absolute Powerfrau. Fast zwei Stunden lang beglückten sie und ihre Band die ausverkaufte Jaguar Hall mit Songs wie “Dog Days Are Over”, “What The Water Gave Me” und “Spectrum (Say My Name)” – meine Highlights des Abends. Eine wirklich tolle Show!
Neben uns stand ein Engländer, der mich irgendwann antippte und mich fragte, ob ich ihm net ein paar Bilder von mir mailen könnte. Ja, ich habs tatsächlich geschafft, meine Kamera mit hineinzuschmuggeln! Man muss nur wissen, wie man’s richtig angeht. 😉 Ich dachte ja schon, dass der gute Herr sich über meine Fotografiererei beschweren will … 😀
Nach dem Konzert hieß es wieder warten. Doch irgendwann kam dann doch noch ein Taxi und wir konnten fix und fertig in unsere Betten fallen.

Heute Vormittag erkundete ich noch ein bisschen die Innenstadt. Wie gesagt, der Burner ist Coventry aufgrund seiner traurigen Geschichte nicht. Nett fand ich allerdings die Konversation einer Frau mit ihrem kleinen Sohn auf der Straße: “No, you can’t go in there, that’s a pub where people go drinking!” 😀 Ebenso die “Werbeanzeige” eines Pubs in der Nähe der station (siehe Fotos). Ein tolles Wochenende mit toller Gesellschaft. Ich freue mich auf viele weitere.

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